Terminal Emulator xterm
Das Programm xterm simuliert
graphisch das, was hardwaremäßig
ein an den Rechner angeschlossenes Terminal wäre. Man kann
also mit einem xterm genauso arbeiten, wie wenn man auf
einem angeschlossenen Terminal eingeloggt wäre, nur daß es
durch die Einbindung in die graphische Umgebung etliche
zusätzliche Möglichkeiten bietet.
Nach dem Einloggen und Hochfahren von X sollte man mindestens
ein xterm geöffnet haben, in dem eine
Shell läuft.
Im Menü des Window-Managers
sollte außerdem ein Submenü
"Shells" zu finden sein, aus dem heraus man xterms mit verschiedenen
Shells (Bourne-Shell sh, C-Shell csh,
TAB-C-Shell tcsh) starten kann.
Tippt man einfach nur xterm, so erhält man ein Fenster in
dem eine csh läuft. Man kann jedoch beliebige andere Programme
in dem Terminal laufen lassen, nämlich jedes, das
auch auf einem ASCII-Terminal laufen würde. X-Anwendungen
machen ihre eigenen Fenster auf, und brauchen kein umgebendes xterm.
Mit der mittleren Maustaste kann man den Scrollbar am linken
Fensterrand ziehen, und somit schon nach ober weggescrollten
Text wieder zurückholen. Die Anzahl der gemerkten Zeilen
ist mit -sl bzw. mit der
Resource scrollLines einstellbar.
Mit der linken Maustaste kann man Textbereiche kopieren,
d.h. wenn man sie im Fenster drückt und dann die Maus
bewegt, wird der überstrichene Text invertiert. Der so markierte
Bereich wird nach Loslassen der Maustaste in einen
Buffer kopiert. Durch Drücken der mittleren Maustaste werden
die gespeicherten Zeichen wieder ausgegeben, und zwar so
als ob sie über Tastatur eingegeben wurden. So kann man
z.B. Text zwischen verschiedenen Fenstern transportieren,
sogar zu oder von anderen clients wie
Framemaker.
Im folgenden die wichtigsten Optionen, die neben den normalen
Toolkit-Parametern
angegeben werden können. In Klammern
stehen jeweils die Namen und Typen der entsprechenden
Resourcen.
- -geometry (geometry, Geometrystring)
- Dieser Parameter wird etwas anders als üblich interpretiert!
Die Angaben für Breite und Höhe werden
nicht als Pixel sondern als Zeichen interpretiert, d.h.
80x50 bedeutet, daß das Fenster groß genug für 80
Spalten und 50 Zeilen sein soll.
- -help
- Gibt einen kurzen Überblick über alle zulässigen Optionen aus.
- -e program [arguments]
- Startet anstelle der in
Variablen SHELL
angegebenen Shell das
Programm "program" in dem Fenster.
- -ls (loginShell, Boolean)
- Start als login-Shell, d.h. dem Namen der Shell wird
ein "-" vorangestellt. Der Sinn der Aktion ist im Kapitel
Punktdateien
der Shells erklärt.
Man sollte beachten, daß bei Angabe einer Option -e die
Punktdatei der Shell
.login
nicht ausgeführt wird. Abhilfe: Die
Environment-Variable
SHELL auf den gewünschten Wert setzen und dann xterm
ohne -e Option starten:
env SHELL=/local/bin/tcsh xterm -ls
- -fn fontname (font, String)
- Angabe des Fonts für die Textausgabe im Fenster.
Dies sollte kein Proportionalfont sein, da xterm immer von
einem fixed font ausgeht.
- -nb number (nMarginBell, Number), (MarginBell, Boolean)
- Schaltet eine "Randwarnung" ein, das ist ein Piepston,
wenn man mit dem Cursor dem rechten Fensterrand auf
number Zeichen nahe kommt. Nützlich z.B. in einem
Editor.
- -sl number (saveLines, Number)
- Gibt die Anzahl der nach oben herausgescrollten Zeilen
an, die man mit dem Scrollbar an der linken Seite
wieder zurückholen kann.
- -title string (title, String)
- Stellt "string" in der Titelzeile des Fensters dar.
- -ut (utmpInhibit, Boolean)
- Keine neuer Eintrag in /etc/utmp
wird generiert, d.h. man erscheint nicht noch einmal zusätzlich in
der Ausgabe von who.
- -vb (visualBell, Boolean)
- Anstelle des Piepstones wird das Fenster kurz negiert.
Sehr angenehm, läßt aber Piepston überhören bei verdecktem Fenster.
- -wf (waitForMap, Boolean)
- Die Subprozesse werden erst gestartet, wenn das Fenster
voll angezeigt ist, z.B. nach dem anfänglichen Positionieren
des Fensters mit der Maus. Nützlich, wenn
sonst die Textausgabe schon zu weit durchgescrollt ist.
- -C
- Das Fenster soll die Ausgabe der Console erhalten. Dies
kann nur bei einem Fenster angegeben werden, sollte
aber bei mindestens einem angegeben sein, da sonst die
Ausgabe quer über alle Fenster erfolgt. (selber
ausprobieren mit cat >/dev/console).
Es werden eine ganze Reihe mehr als die genannten
Resourcen
verstanden, die man am besten in seine .Xdefaults Datei aufnimmt.
Hier kann man die Default-Werte für Optionen einstellen,
d.h. wie xterm konfiguriert ist, wenn man die Einstellungen
nicht explizit über Parameter in der Kommandozeile
beim Aufruf angibt. Das kann z.B. die Default-Fenstergröße
oder -Font sein. Weitere Beispiele in
/local/login/demo/.Xdefaults