Window-Manager
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Window-Manager

Eine zentrale Funktion unter X erfüllen die Window-Manager. Man kann X zwar theoretisch auch ohne sie betreiben, hat dann jedoch nicht die bekannten Rahmen um die Fenster, um deren Position oder Größe zu verstellen und es liegt immer das zuletzt gezeichnete Fenster oben. Ein Window Manager ist ein normaler X-Client, erfüllt per Konvention jedoch besondere Aufgaben.

Die Window-Manager reglen also im wesentlichen, wie ihr Name schon sagt, die Verwaltung der Fenster am Bildschirm. Viele haben noch zusätzliche Tools eingebaut, wie z.B. die PopUp-Menüs, Iconverwaltung oder Tastenbelegung.

Es gibt im CIP-Pool die verschiedensten Window-Manager, die sich in der Konfigurierbarkeit, dem Erscheinungsbild und den möglichen Anwendungsbereichen unterscheiden. In diesem Manual soll immer der mwm beschrieben werden, der auch in der Standardumgebung verwendet wird. Derzeit sind installiert:

   mwm            Motif Window Manager
   twm, tvtwm     Tab Window Manager
   olwm, olvwm    Open Look Window Manager
   4Dwm           IRIS Extended Motif Window Manager
   gwm, vuewm     sonstige
Die PopUp-Menüs erhält man durch einen Klick mit der rechten (je nach Windowmanager) Maustaste auf ein Gebiet außerhalb aller Fenster. Dann werden meist einige Window-Manager Grundfunktionen wie Restart, Refresh oder Exit angeboten und weitere Submenüs, aus denen man diverse Anwendungen starten kann. Den Inhalt dieser Menüs kann man im .mwmrc File definieren, genauso wie den Knopf mit dem sie aufgerufen werden.

Ein Icon nennt man ein Fenster, das auf Größe eines Symbols verkleinert wurde, d.h. anstelle des Fensters wird nur noch ein kleines Kästchen, evtl. mit aussagekräftigem Bild und Text dargestellt. Auf diese Weise kann man sein Display von Fenstern befreien, die man zwischendurch nicht benötigt. Die Icons werden meist am Bildschirmrand abgelegt, und können durch einen Mausklick wieder in die Fenster zurückverwandelt werden. Die Ablageposition kann im twm konfiguriert werden.

Man kann außerdem festlegen, welche Taste eine Bedeutung haben soll, wenn sie in einem der vom Window-Manager verwalteten Bereiche (Hintergrund, Fensterrahmen) gedrückt wird. So kann man viele Manager-Funktionen auf Tasten legen und muß z.B. zum Anheben eines Fensters vor ein anderes nicht mehr zur Maus greifen (sinnvoll für Schnellschreiber). Hier wird auch überhaupt erst festgelegt, welche Bedeutung die Maustasten haben, dh. mit welcher man die PopUp-Menüs aufruft, Fenster verschiebt usw.

Vom twm und olwm gibt es Versionen, die ein virtuelles Desktop unterstützen (tvtwm bzw. olvwm). Damit kann man sich einen großen virtuellen Schirm definieren, auf dem die Fenster beliebig verteilt werden können. Am Monitor sieht man nur einen Ausschnitt des größeren Desktops, den man je nachdem, was man sehen möchte verschieben kann. Auf diese Weise kann man auch eine große Zahl von Fenstern noch übersichtlich verwalten.

Nicht jeder Window-Manager unterstützt die gleichen client-Requests. Deshalb ist es für bestimmte Anwendungen vorteilhaft einen ausgewählten Window Manager zu benützen. So ist z.B. der mwm für Motif-Anwendungen und der 4Dwm für GL-Anwendungen zu empfehlen.

Siehe auch:
Windowmanager Startup und Konfiguration