Benutzung von Disketten
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Benutzung von Disketten

In einigen Sun-Workstations, und in den HP-Workstations faui06a - faui06h sind Floppy-Laufwerke installiert, mit denen 3,5" Floppies unter anderem im MSDOS-Format gelesen und beschrieben werden können. Es ist sowohl die Verwendung von 2DD (720 kB) als auch HD-Disketten (1.44 MB) möglich. Einige dieser Laufwerke sind defekt - darauf wird beim Einloggen in der MotD hingewiesen - und sollten nicht benutzt werden.

MSDOS-Format

Zum komfortablen und architekturunabhängigen (d.h. gleich auf Sun und HP) Zugriff auf MS-DOS Disketten ist das mtools - Paket installiert. Eine Erläuterung aller vorhandenen Befehle bekommt man mit man mtools. Besonders wichtig sind dabei:

   mdir          MSDOS-directory anzeigen
   mcd           Disketten-Verzeichnis wechseln
   mcopy         Kopieren von/zu MSDOS
   mmd           Verzeichnis anlegen
   mdel          Datei löschen
   mrd           Verzeichnis löschen
   mren          Datei umbenennen
Alle diese Kommandos brauchen als Argument immmer die Angabe des gewünschten Laufwerks. Da in allen Maschinen nur ein Laufwerk installiert ist, ist dies in allen Fällen "A:", also z.B. "mdir a:" oder "mcopy A:/datei.dos datei.unix"

Bevor diese Kommandos mit neuen Disketten verwendet werden können, muß die Diskette noch formatiert werden. (d.h. nur wenn sie noch leer ist - beim Formatieren werden alle Daten gelöscht!) Dies ist jedoch unterschiedlich auf Sun und HP und wird in den nächten Abschnitten beschrieben.

Solaris - Workstations

Auf den Sun-Workstations mit dem neueren Solaris Betriebssystem kann man entweder, wie auf den ältenen Maschinen mit SunOS, über die auf die Diskettenlaufwerke zugreifen, oder wesentlich komfortabler über /floppy. Nach dem Einlegen der Diskette ruft man das Kommando volcheck auf. Dann mountet das System die Diskette in das Filesystem unter /floppy/label und mann kann auf die enthaltenen Dateien zugreifen, wie auf jede andere Datei auf der Festplatte.

Die Diskette darf nur mit dem Kommando eject ausgeworfen werden, damit das System sie vorher unmounten kann.

SunOS - Workstations

Die Diskette kann nur per Software ausgeworfen werden. Falls das Auswerfen der Diskette per eject Kommando nicht funktioniert, darf keinesfalls versucht werden die Diskette mit Gewalt zu entnehmen.
   fdformat -d   Formatieren einer Diskette für MS-DOS
   eject         Floppy auswerfen
Um 2DD-Disketten (double-density, nur 720kB) zu formatieren, muß fdformat zusätzlich der Parameter "-l" übergeben werden. Mit "-v" kann man jede formatierte Spur gleich verifizieren lassen.

Non MSDOS-Disketten

Eine andere Möglichkeit auf Sun's mit Disketten zu arbeiten ist der tar-Befehl. Dann formatiert man die Disketten ohne MSDOS-Initialisierung einfach mit fdformat ohne "-d". Auf die Diskette kann man dann über /dev/fd0 zugreifen fast wie auf eine einzige große Datei. Allerdings kann man nur ein solches tar-Archiv auf der Diskette ablegen, man muß die u Funktion verwenden um neue Dateien hinzuzufügen.
   tar cvf /dev/fd0 directory               Einpacken auf Diskette
   tar uvf /dev/fd0 directory               Anfügen an Archiv
   tar tf  /dev/fd0                         Inhalt auflisten
   tar xvf /dev/fd0                         Auspacken
Wenn man anstelle von tar das GNU Programm gtar (kein Manual, Hilfe mit gtar --help) verwendet, hat man noch mehr mögliche Operationen.

HP - Workstations

Acht HP-Workstations im Raum 01.155 (faui06a - faui06h) haben Floppy-Laufwerke eingebaut. Auf diese greift man, wie oben beschrieben mit mtools, oder mit den dosif Tools (z.B. dosls /dev/fd) zu. Dazu muß man nicht an unbedingt an einer Maschine mit Laufwerk selbst sitzen, sondern kann auch über rlogin arbeiten, sofern man das Einverständnis des Benutzers der Zielmaschine direkt hat.

Zum formatieren geht man am besten in folgenden Schritten vor:

   mediainit -v /dev/fd        Formatieren
   mformat -h 2                Aufbringen DOS-Systeminformation
   dosdf /dev/fd               Ausgeben freier Speicherplatz
Mit mediainit wird die Diskette Spur um Spur initialisiert. Für 2DD-Disketten muß man unbedingt den Parameter "-t 80 -s 9" angeben, sonst wird wie für HP-Disketten formatiert.

Das anschließende Kommando mformat bringt nur noch die DOS-Systeminformationen auf die Diskette auf. Für Disketten, die schon einmal formatiert wurden, reicht dieses Kommando, um schnellstmöglich alle Daten auf der Diskette zu löschen - für neue Diskette ist jedoch der mediainit erforderlich.

Das abschließende Kommando dosdf ist optional, dient nur der Verifikation. Für alle dosif Tools kann als Device-Name "/dev/fd" angegeben werden; dies ist eine Abkürzung für den eigentlichen Device-Namen /dev/rfloppy/c201d0s0 (die eingebauten Laufwerke sind am SCSI-Bus angeschlossen und kosten deshalb über 1000DM/Stück - also bitte Vorsicht!). Anstelle "A:" bei den mtools, wird hier immer dieser Device-Name vorangestellt.

Siehe auch:
Was darf kopiert werden?
Umgang mit Disketten (Benutzungsrichtlinien)
Archive und Kompression (u.a. der tar-Befehl)