Ein sehr mächtiges Archivierungsprogramm ist zoo. Man kann damit Sammlungen von komprimierten Dateien in verschiedenen Generationen unterhalten. Der verwendete Kompressionsalgorithmus ist relativ effektiv (Text ca. 50%). Das Archivformat ist kompatibel mit entsprechenden Versionen für viele verschiedene Rechnerarchitekturen (PC, Atari, Amiga...). Eine Befehlsübersicht erhält man mit zoo h. Alle Zoo-Archive sollten die Dateinamenendung .zoo bekommen.
Einfacher tut man sich mit tar, mit dem man einen ganzen Dateibaum in eine Datei packen kann. Es wird allerdings nichts komprimiert; die Dateien werden im Prinzip einfach hintereinander in eine Datei geschrieben. Der Befehl zum Einpacken eines Directorybaumes lautet
tar cvf target_file source_dirDas entstehende file target_file kann dann mit dem Kommando tar xvf target_file wieder ausgepackt werden. Fehlende Directories werden automatisch erzeugt. Alle Tar-Archive sollten die Dateinamenendung .tar bekommen.
Auch einfach, aber mit etwas mehr Möglichkeiten ist das cpio-Archiv. Der Befehl cpio -o liest von stdin Pfadnamen und kopiert die entsprechenden Dateien mit Archiv-Informationen nach stdout. Man könnte die Pfadnamen auch per Tastatur eingeben, i.a. wird aber der find-Befehl verwendet. Ein Archiv aller Dateien eines Baumes bekommt man also mit
find source_dir -print | cpio -oDa man beim find-Befehl auch Namensmuster angeben kann (Option -name), eröffnet sich die Möglichkeit, nur bestimmte Teile eines Baumes einzupacken, z.B. nur alle Dateien mit Endung .c. Man kann das Archiv wieder Auspacken mit cpio -id < archive durch die d-Option werden benötigte Directories automatisch angelegt.
Welches Archivierungsprogramm man benützt, ist also danach zu entscheiden, wie oft oder ob man neue Dateien in ein Archiv aufnehmen möchte (dann am besten zoo) und ob man später auf einzelne Dateien zugreifen möchte (geht am einfachsten bei zoo, aber auch möglich mit tar, jedoch langsamer, da ja erst alles dekomprimiert werden muß) oder immer nur das ganze Paket auf einmal braucht (dafür ist tar geradezu ideal).
Nicht vergessen sollte man, mit tar oder cpio erstellte Archive zu komprimieren. Mit compress, pack, gzip oder freeze erreicht man recht hohe Raten. Die komprimierten Dateien bekommen respektive die Endungen .Z .z .gz (in älteren Versionen verwirrenderweise noch .z ) und .F
Auspacken kann man mit uncompress, unpack, gunzip, und melt. Dabei ist compress das klassische Kompressionsprogramm unter UNIX und gzip wohl das i.a. effektivste. Neben den genannten gibt es natürlich noch beliebig viele andere. In den README Dateien von FTP Archiven ist aber meist angegeben, für welche Dateiendung man welches Dekompressionsutility braucht.
Diese Programme sind nicht für alle Datenarten effektiv, z.B. auf Bildern wird man so gut wie keine Kompression erreichen. Für solche Fälle gibt es ganz spezielle Kompressionsalgorithmen, die auf die Verteilung der Datenwerte in den speziellen Fällen abgestimmt sind.
Wer sich für die von den genannten Programmen verwendeten Dateiformate interessiert, findet einige Definitionen in den Manpages tar(5) und cpio(5).