Tastaturbedienung und Begriffe
Tastaturbedienung und Begriffe
Ganz oben auf der Tastatur sehen wir Funktionstasten F1 bis
F10 (oder mehr). Diese sind normalerweise unbelegt, unter dem
X Window System
kann man ihnen jedoch beliebige Bedeutung zuweisen (siehe
Beschreibung des Kommandos xmodmap).
Mit der Taste BACKSPACE kann man meist das zuletzt eingegebene
Zeichen löschen. Manchmal ist ihre Bedeutung jedoch
mit der der DELETE Taste vertauscht, und löscht dann die
ganze eingegebene Zeile. Das Verhalten wird mit dem
stty-Kommando verändert.
In der Standardumgebung
sind dafür die zwei Aliase
bs und del definiert, die das Verhalten umschalten.
Die tcsh operiert jedoch selber mit
stty, so daß man ein anderes Programm,
wie z.B. vi
aufrufen muß, um seine tty-Einstellung auszuprobieren.
Die Tasten SHIFT, CONTROL, ALT und
CAPSLOCK nennt man Modifikatortasten.
Mit ihnen kann man die Bedeutung einer Taste
modifizieren. Man benutzt sie, indem man zuerst die Modifikatortaste
drückt und niederhält; dann wird die betreffende zweite
Taste getippt, und erst dann darf man die Modifikatortaste
wieder loslassen.
Wenn irgendwo von CONTROL-D gesprochen wird, mein man also
genau das soeben beschriebene Verfahren, angewendet auf die
CONTROL-Taste und die Taste "D".
SHIFT
Mit der Shift-Taste erreicht man die Großbuchstaben bzw.
die "obere" Bedeutung einer Taste, falls sie doppelt
beschriftet ist. Z.B. Erhält man mit SHIFT-5 ein %.
Die Bezeichnung "SHIFT-X" innerhalb des CIP-Manuals soll immer
bedeuten, daß SHIFT und X gleichzeitig gedrückt sind
(siehe voriger Absatz).
Caps Lock
Mit dieser Taste kann man die SHIFT-Funktion dauerhaft
aktivieren, d.h. ab jetzt tippt man nur noch Großbuchstaben.
Die Funktion läßt sich meist durch einen zweiten
Druck der CAPS-LOCK Taste oder der SHIFT-Taste aufheben.
In der Standardumgebung
ist die Caps-Lock Taste unter X11 abgeschaltet, da sie praktisch nie
sinnvoll verwendet werden kann, aber nervt wenn man sie aus Versehen
betätigt.
CONTROL
Die Control-Tastenkombinationen dienen in der
Shell dazu,
dem aktuellen Prozeß
Steuersignale zu senden.
Aber auch außerhalb der Shell haben ein paar Tastenkombinationen eine
weit verbreitete Bedeutung. Im folgenden die wichtigsten:
- CONTROL-S
- Stoppt die Ausgabe auf das Terminal.
- CONTROL-Q
- Setzt die Ausgabe auf das Terminal nach CONTROL-S fort.
- CONTROL-L
- Veranlaßt die meisten Programme, den Bildschirm
neu zu schreiben. Das ist nützlich, wenn z.B. irgendjemand
eine Meldung auf das Terminal geschrieben hat
(z.B. mit write(1) oder
Shutdown-Meldungen).
In diesem Fall steht diese Meldung nur auf dem
Bildschirm, die Anwendung bekommt gar nichts davon mit.
D.h. insbesondere, daß eine gerade editierte Datei
nicht zerstört wird; sobald man CONTROL-L drückt,
stimmt die Bildschirmanzeige wieder.
- CONTROL-D
- Steht bei vielen Standardkommandos für "Eingabe-Ende".
Man kann damit also Programmen, die Daten von
der Tastatur lesen mitteilen, daß die Eingabe nun
abgeschlossen ist (z.B. cat).
- CONTROL-Z
- Weist die Shell an, dem aktuellen
Prozeß ein STOP-Signal zu schicken, und ihn damit anzuhalten. Man
bekommt dann wieder einen Shell-Prompt und kann ein
anderes Kommando eingeben. Näheres dazu im Kapitel
Jobkontrolle.
- CONTROL-C
- Traditionell die Anweisung das laufende Kommando
abzubrechen. Die Shell schickt daraufhin ein TERM-Signal
(terminate) an den aktuellen Prozeß.
- CONTROL-G
- Produziert den ASCII-Code 7, der für einen Piepston steht.
Gibt man das in einem Terminal ein (oder eine Datei die das Zeichen
enthält aus), so ertönt ein Piepston, oder das Äquivalent des
benutzten Terminals.
Compose
Diese Taste existiert nur auf den Sparc Workstations. Man
kann damit bei bestimmten Anwendungen (z.B.
FrameMaker) aus
zwei Zeichen ein anderes Zusammensetzen: z.B. ein deutsches
"Ö" mittels den Tasten COMPOSE("O), d.h. Compose muß über
beide Tasten hinweg niedergehalten werden. Meistens (immer?) gehts auch
ohne Gedrückthalten von COMPOSE: COMPOSE s s erzeugt beispielsweise
ein ß.
Tabulator
Die Tab-Taste dient dazu Tabulatoren in den Text einzufügen.
Der Name kommt vom hauptsächlichen Verwendungszweck: Man kann damit
Text besonders leicht in mehreren Spalten schreiben. An der Stelle des
Tabs werden soviele Leerzeichen eingefügt, wie zum Erreichen der nächsten
Tabulator-Position (Spaltenbeginn) nötig sind. Leider haben verschiedene
Programme oft unterschiedliche Einstellungen, wo Tabulator-Positionen
sind. Im vi
sind es normal alle 8 Zeichen, das kann aber mit :set ts=n
verstellt werden.
Console
Als Console bezeichnet man die Tastatur (und meist den zugehörigen
Bildschirm), die direkt an einen Rechner angeschlossen ist. Es ist
auch möglich über serielle Schnittstellen weitere Terminals (Tastatur
mit (Text-)Bildschirm) anzuschließen, über die man sich ganz normal
einloggen kann.
Aktuell haben wir im CIP-Pool keine Rechner mit zusätzlichen Terminals.
Für alle workstations ist die Console der direkt angeschlossene
Graphik-Monitor und Tastatur.
Auf der Console gibt das System wichtige Meldungen aus, wie
Hardware-Fehlermeldungen (z.B. Plattenüberlauf) oder sicherheitsrelevante
Ereignisse (su). Es empfiehlt sich das Fenster
mit Consolen-Ausgaben immer im Blickfeld zu haben, da so oft abnormales
Systemverhalten erst erklärbar wird (z.B. Verweigern neuer Programmstarts
wegen Speichermangel).
Die X-Terminals des CIP-Pools
sind keine Terminals im eigentlichen Sinn. Es handelt sich bei ihnen um
vollwertige Workstations, die lediglich ein Terminal simulieren, da sie
mittlerweile zu leistungsschwach sind, um auf ihnen eine aktuelle
UNIX-Version zu fahren.
Tastaturclick
Man kann auf den meisten Rechnern einen künstlichen Tastaturclick
einschalten, d.h. bei jedem Tastendruck ertönt ein
Geräusch aus dem eingebauten Lautsprecher. Da das i.A.
stark auf die Nerven geht, schaltet man es am besten aus mit
click -n. Auf SGI müßte wohl erst
noch ein kleines Programm geschrieben werden, daß die Funktion
clkoff aufruft.