Überblick Punktfiles
Da es sehr oft Mißverständnisse über den Sinn von
Punktfiles gibt (das sind solche, deren Name mit einem Punkt beginnt),
sollen hier die wichtigsten aus der
Standardumgebung
erläutert werden. Eine ganze Reihe von Files werden automatisch
angelegt, und man braucht sich in der Regel nicht um sie zu kümmern.
Punktfiles beinhalten i.a. Konfigurationsdaten für
Anwenderprogramme. Dies können Startup-Scripten sein, die bei
Programmstart eingelesen werden (deren Name ist dann meist
von der Form .Anwendungsprogrammnamerc - beginnt also
mit einem Punkt und endet mit "rc"), oder zusätzliche Parameter
um das Verhalten des Programms zu steuern.
Selbstverständlich kann man auch selber Dateien anlegen,
die mit einem Punkt beginnen. Der einzige Unterschied zu
anderen Dateien ist dann, daß diese beim einfachen
Listing per ls Kommando nicht aufgeführt werden, sondern nur mit
der Option -a.
Auch die Filenamensuche
der Shell mit "*" nimmt keine Dateien mit Punkt am Anfang wahr
(Ausweg: Suche nach ".*", dann wird aber auch "."
und ".." gefunden, und
das sind directories, also am besten Suche nach ".???*") Man kann das
also benutzen, um Dateien zu "verstecken", die man selten braucht, und nicht
bei jedem Listing sehen möchte.
Beispiele für alle wichtigen Punktfiles befinden sich in
unserer Standard-Umgebung
in /local/login/demo. Wenn also
Probleme auftreten, kann es sehr hilfreich sein dort erst
einmal nachzusehen.
Zu einer Standardinstallation aller für
Shell und
X im
CIP-Pool benötigten Punktfiles kommt man
mit dem Script cpenv. Das genaue
Vorgehen ist in der zugehörigen manpage erläutert.
Genaueres zur Theorie im Kapitel
Standard-Umgebung.
Kann man sich einmal nicht mehr einloggen weil man seine
Punktdateien völlig zerstört hat, so reicht es i.a. nur
die Datei .cshrc und evtl. .login umzubenennen oder die
Zugriffsrechte auf 0 zu setzen.
Dazu gibt es ein spezielles
Script, daß man immer ausführen kann, indem man sich als
user repair einloggt, d.h. man gibt beim login-promt nicht
seinen eigenen Benutzernamen an, sondern "repair". Nähere
Informationen dazu im Kapitel
Repair-login.
.cshrc
Diese Datei wird von der Shell
csh (und der
tcsh,
falls kein .tcshrc existiert) bei jedem Start eingelesen, d.h. alle
enthaltenen Kommandos ausgeführt. Also auch, wenn
Shell-Scripten ausgeführt
werden. Das läßt sich unterbinden mit dem Flag -f. Näheres siehe
Abschnitt
".cshrc" im Kapitel Shell.
.tcshrc
Diese Datei wird von der Shell
tcsh bei jedem Start
ausgeführt. Die Bedeutung der Datei ist exakt die gleiche wie bei
.cshrc
.environ
Dies ist keine Standard-Punktdatei, sondern nur ein Teil des
.cshrc Startupscripts, das in der
Standard-Umgebung
der Übersichtlichkeit ausgelagert wurde. Neaheres siehe
Abschnitt
.environ im Kapitel Shell.
.login
Dieses Script wird nur von login-Shells nach .cshrc ausgeführt,
d.h. nur von der ersten nach dem Einloggen auf einer Console oder einem
Terminal. Man kann sehen ob eine Shell eine login-Shell ist, wenn man
logout eingibt; dieses Kommando wird nur von login-Shells
angenommen. Neaheres siehe
Abschnitt .login im Kapitel Shell.
.logout
Dieses Script wird vonn einer Login-Shell (Definition siehe
voriger Abschnitt) vor ihrem Dahinscheiden ausgeführt, d.h. nachdem
man ein exit oder logout ausgeführt hat.
Sinn siehe Abschnitt
.logout im Kapitel Shell.
.hushlogin
Diese Datei enthält in der Regel 0 Bytes. Alleine ihr
Vorhandensein wird die login-Prozedur veranlassen, einige
Ausgaben (z.B. motd ) bzw. Checks (z.B.
quota ) wegzulassen,
um das login zu beschleunigen. Als Anfänger sollte
man diese Datei jedoch nicht anlegen, da man so Fehlerzustände
natürlich noch schwerer entdeckt.
.fingered , .plan , .project
Dies sind Dateien, die vom Programm
finger benutzt werden.
Näheres dazu siehe im Kapitel Finger.
.projects
Mit dieser Datei kann man steuern, in welchem seiner Homes
(so denn man
Projekthomes
neben dem CIP-Home hat) man nach
dem Einloggen landet. Legt man eine leere Datei an, so landet
man immer im CIP-Home. Näheres im Kapitel
Projekthome.
.rhosts
In dieser Datei kann man angeben, von welchen Rechnern aus
man sich auf dem Rechner, auf dem man das Home hat, in dem
diese Datei steht, einloggen können möchte, ohne sein
Passwort angeben zu müssen. Sie muß immer im
Realhome liegen.
Weniger allgemein aber verständlicher: Man gibt hier alle
Rechner an, von denen man sich in den
CIP-Pool.html
einloggen möchte ohne ein Passwort anzugeben, bzw. von denen aus man
eine rsh starten können möchte.
Näheres dazu im Kapitel rhosts.
.elm
Dieses Verzeichnis wird vom Mail-Reader elm
automatisch angelegt. Er legt hier Konfigurationsdaten, wie z.B. sein
elmrc (Beachte: ohne führenden Punkt) und evtl. definierte
Aliase ab.
.nn
Dieses Verzeichnis wird vom
Newsreader nn automatisch angelegt.
Er legt hier Konfigurationsdaten, wir z.B. seine
init Datei ab,
wo Variablen gesetzt werden können, die das Verhalten beeinflussen und die
presentation sequence der Newsartikel
definiert werden kann. Näheres im Kapitel Rechnernetze
und Kommnunikation.
.newsrc
In dieser Datei legen die Newsreader
Informationen darüber ab, welcher Artikel in welcher Newsgruppe schon
gelesen wurde.
.pr_acct
Keine Konfigurationsdatei, sondern hier werden vom Drucker-Accounting
System Veränderungen der Druckaccounts protokolliert. Dazu muß die
Datei aber zuerst vorhanden sein, d.h. wenn man möchte, daß jede
Abbuchung und Einzahlung am eigenen Konto in dieser Datei mitgeführt wird,
sollte man einmal ein touch ~/.pr_acct
ausführen.
.nfsXXXX (NFS-Scratch-File)
Auch keine Konfigurationsdatei: Hier liegt der Inhalt einer
Datei aus einem per NFS gemountetem Filesystem, die
gelöscht wurde, aber auf einem client noch von einem
Prozeß benutzt wird (siehe man unlink).
.www
Dies ist keine Datei, sondern ein Directory, in dem Dateien abgelegt
werden können, die per WWW veröffentlicht werden sollen. Auf diese
Weise kann jeder CIP-Benutzer seine eigenen Dokumente ins
Worl-Wide-Web einhängen. Details dazu in den
Richtlinien zum Einrichten
von Benutzerseiten.
Weitere Punktdateien
alle Punktdateien des X-Window Systems
sind beschrieben im Kapitel
Übersicht für X relevante Punktfiles.
- Siehe auch:
-
Administrative Forderungen an Punktdateien
-
Beschreibung und Installation der Standardumgebung für den CIP-Pool
- Repair-Login bei
Login-Problemen wegen zerstörten Punktdateien
- Punktdateien der C-Shell
-
Punktdateien des X Window Systems