Prozeßparameter
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Prozeßparameter

Man kann einige Parameter an einem Prozeß beeinflussen, d.h. man teilt dem Betriebssystem mit, wie es den Prozeß behandeln soll.

Priorität bzw. nice-value

Der wohl wichtigste einstellbare Parameter ist der nice-Wert. Hier stellt man ein, welche Priorität der Prozeß in der Warteschlange vor der Prozessorzuteilung haben soll. Eine hohe Priorität bedeutet (entgegen dem üblichen Sprachgebrauch), daß der Prozeß seltener zur Ausführung kommt, andere Prozesse dagegen öfter. Näheres siehe in man nice.

Damit kann man beeinflussen, welchen Anteil der CPU-Kapazität ein Prozeß einnimmt, d.h. wie stark andere Prozesse an der Ausführung behindert werden. Rechenintensiven Prozessen sollte man unbedingt einen nice-Wert von mindestens 15 geben (möglich ist 0 bis 20).

Zum Einstellen existiert der Shell-interne Befehl nice, den man einfach vor das auszuführende Kommando stellt. Den Nice-Wert eines laufenden Prozesses kann man mit renice verändern:

nice +20 command parameter ...
renice +20 -p pid

Limitierung von Systemresourcen

Der Verbrauch einiger Systemresourcen läßt sich für jeden Prozeß beschränken. Wie bei der Quota gibt es ein Soft- und Hardlimit, da aber die wenigsten Prozesse das beim Überschreiten des Softlimits verschickte Signal abfangen, werden sie schon beim vom Benutzer einstellbaren Softlimit terminiert.

Das Kommando limit ist Shell-intern und beeinflußt alle nach seinem Aufruf gestarteten Kommandos. Eine Liste aller einstellbaren Dinge erhält man mit man limit (tief im csh Manual) oder man getrlimit .

cpu-time
Maximale CPU-Zeit in Sekunden, die ein Prozeß verbrauchen darf. Dies ist nicht gleich der Ausführungszeit (da ein Prozeß nicht immer die CPU hat, z.B. wenn er blockiert ist oder in der Ready-Warteschlange steckt).

Ein sinnvoller Gebrauch dieses Werts liegt darin, Irrläufer automatisch zu tilgen, d.h. Prozesse die man versehentlich nicht terminiert hat und nun viel Rechenzeit unnötig verbrauchen (häufiges Problem mit gopher).

coredumpsize
Maximale Größe von core dumps. Wenn man kein Debugging betreibt, sollte man den Wert auf 2 setzen, das verhindert daß man sich die Quota überlastet.

filesize
Bricht Programme automatisch ab, wenn eine von ihnen angelegte Datei eine bestimmte Größe erreicht. Praktisch z.B. wenn man logfiles mitschreibt (die monoton und unendlich wachsen).