NIS (Yellow Pages)
In den "Yellow Pages" werden Daten gespeichert, die von Systemdiensten
benötigt werden und auf allen Rechnern identisch sein müssen.
Früher wurden diese Daten auf jedem Rechner einzeln, meist in dem Verzeichnis
/etc gespeichert.
Diese Dateien, wie z.B. /etc/passwd bestehen weiter,
enthalten aber nur noch einen Bruchteil der Information; am
Ende des Passwort-Files wird in den Zeilen mit + auf bestimmte
YP-Einträge verwiesen. Wenn heute auf einem Client
der Passworteintrag eines Benutzers benötigt wird, wird
eine Anfrage an den zuständigen Server gerichtet, der diese
dann aus seiner Kopie herraussucht. Das benutzte Protokoll
heißt NIS (Network Information Service).
Der Vorteil des Systems ist, daß man nur noch eine zentrale
Datei auf dem Master-Server (bei uns Mephisto) ändern muß, die auf
wenige Sub-Server (faui01, faui03, faui06, ...) verteilt wird.
Der Nachteil ist, daß die Clients von der
Funktionstüchtigkeit der Server und des Serverprozesses abhängig
sind und Änderungen unter Umständen eine Weile brauchen,
bis sie auf allen clients wirksam sind (siehe
Abschnitt Passwörter).
Die für den Benutzer interessantesten Daten sind:
- Benutzerdaten (Passwort, uid, gid, Realname, Home, login-Shell):
Ausgabe mit
ypmatch username passwd
- Gruppenzugehörigkeit (wer ist alles in Gruppe "group-name"):
ypmatch groupname group
- Projektdaten (welche Priorität, login Shell usw. hat ein
Projekt, siehe Kapitel
Projekthomes):
ypmatch projectname projects.byname
- Netzgruppen (In welchen Netzgruppen ein Rechner ist; nützlich
z.B. für die .rhosts
Datei)
ypmatch hostname.\* netgroup.byhost
oder um umgekehrt zu sehen, welche Rechner (bzw. Netzgruppen) in einer
Netzgruppe sind:
ypmatch netgroup netgroup
- amd-Mountpunkte (welche Verzeichnisse unter den
auto-Verzeichnissen wie z.B. /local erreichbar sind):
ypcat -k amd.local
Dabei sind username, ..., hostname jeweils durch die
gesuchten Begriffe zu ersetzen. Man kann sich auch die ganze
YP-Information listen mit ypcat
ypmap. Eine genauere
Erklärung würde hier den Rahmen sprengen, ist wohl für den
normalen Benutzer auch gar nicht so interessant. Eine Zusammenfassung
kann man in der manpage ypfiles
nachlesen.
Noch einmal kurz zu den enthaltenen Informationen selber:
Passwörter
Passwörter sind dazu da, sicherzustellen, daß niemand
anderes als der Besitzer eines logins dieses benützt.
Deshalb darf man es auch niemals weitergeben!
Es ist für die Sicherheit des Systems entscheidend, daß
alle Passwörter gut sind. Wir haben einige
Regeln für die Konstruktion
von Passwörtern, die wenigstens zeigen sollen, wie man es nicht macht.
Sein Passwort ändert man im CIP-Pool
mit dem YP-Kommando
yppasswd. Das urzeitliche Kommando
passwd ist nicht mehr zuläßig,
da es versucht, die lokale Passwortdatei zu ändern,
und nicht die YP-Information.
Es gibt noch eine Reihe anderer Kommandos um die anderen Einträge in der
Passwortdatei, wie z.B. Realname oder Login-Shell zu ändern, dies ist im
CIP-Pool aus Sicherheitsgründen jedoch
ausgeschaltet. Sein Login-Home und -Shell kann man mittels des
Projektmechanismusses
und einer .projects Datei wählen.
Es dauert meist eine Weile, bis sich das neue Passwort vom
Server - auf dem es mit dem Kommando
yppasswd geändert wird - auf
die anderen Rechner durchsetzt; solange gilt noch das alte.
Projekthomes
Alle Teilnehmer an einem Projekt erhalten für die Dauer der
Teilnahme ein zusätzliches Home neben dem CIP-Home. Dies
ist aus organisatorischen Gründen notwendig, um für die
Projektdaten eine höhere Quota vergeben zu können.
Dies ist beschrieben im Kapitel
Projekthomes. Die Zugehörigkeit zu einem Projekt wird beschrieben
durch Eintrag in einer Netzgruppe, die wiederum das Login-Home und
Zugangsberechtigungen zu verschiedenen Rechnern regeln.