Zu vielen Rechnern gibt es mehrere Pfade, so daß das Gateway einen aussuchen kann, der besonders wenig belastet (durch Nachrichtenverkehr) ist. Das nennt man Routing. Es gibt in den internationalen Verbindungen jedoch auch Flaschenhälse, durch die alles hindurch muß. Ein solcher ist z.B. die Anbindung nach Amerika oder Australien. Letzteres geht nämlich sogar zwei mal über Tausende Kilometer lange Glasfaserkabel oder sogar den Satelliten: über Atlantik und den Pazifik.
Für La Trobe University, Australia braucht man z.B. 17 Hops (Gateways), belastet also 17 Rechner unterwegs. Deshalb die starken Einschänkungen z.B. für FTP.
Das Internet ist also ein weltweiter Zusammenschluß vieler kleinerer, historisch gewachsener Netze. Da diese Netze vielfach jedoch schon im Überlastbereich fahren, sollte man Dienste außerhalb der Uni nur in geringstem Umfang nutzen! Im revue-Netz ist das Datenaufkommen unbeschränkt, bis auf die Lehrstühle IMMD8 und IMMD9, die nur mit einer Standleitung der Telecom (2Mbps) angeschlossen sind.
Zur Vereinfachung hat jeder Rechner auch einen "epischen" Namen, d.h. ein beliebiges Wort (siehe auch Rechnernamen im CIP-Pool). Traditionell werden als Hostnamen solche von Personen aus mehr oder weniger anspruchsvoller Literatur verwendet. Dies sind im CIP-Pool "Star Wars" für die SS2, Mainzelmännchen für die SS10 und "Perry Rhodan" für die HPs.
Man kann an einer solchen Adresse zwei Dinge unterscheiden: den hostname und die domain. Der "Hostname" ist die lokale Bezeichnung des Rechners, z.B. "perry", und kann, wie oben beschrieben, von der Systemadministration frei vergeben werden. Dieser Name muß nur im lokalen Rechnerverbund eindeutig sein, kann auf der Welt aber insgesamt beliebig oft vorkommen.
Deshalb gehört zu einer vollständigen Rechneradresse zusätzlich die Angabe einer domain. Diese gibt Auskunft, über welche Netze man den Rechner erreicht. Für alle Rechner der Informatik lautet sie informatik.uni-erlangen.de Für alle anderen Adressaten muß man sie sich sagen lassen, es gibt kein sicheres Verfahren, eine Mail- oder Rechneradresse zu erraten (genau wie bei Telefonnummern - die stehen auch in keinem Zusammenhang mit dem Eigner).
Anmerkung: Bei der Angabe der Adresse in Form von Zahl wird ein anderes Konzept als das der domains verwendet. Näheres dazu in der Vorlesung AKBP-II. Die FAU inklusive Rechenzentrum hat ein Class-B Netz mit der Adresse 131.188, und eine Subnetmask von 0xFFFFFF00, d.h. sind die ersten zwei Bytes 131.188 ist ein Erlanger Rechner gemeint, das nächste Byte bezeichnet dann das Subnetz und das letzte die Nummer des Rechners im Subnetz.
Eine Rechneradresse im CIP-Pool könnte also insgesamt wie folgt aussehen:
faui08p faui08p.informatik.uni-erlangen.deMöchte man Rechner innerhalb der Informatik ansprechen, kann man die domain weglassen, es reicht dann die Angabe des hostnamens. Schon für das Rechenzentrum braucht man jedoch die domain-Angabe (z.B. epix.rrze). Übereinstimmende Teile kann man jedoch immer weglassen (das RRZE hat die domain rrze.uni-erlangen.de ).
Wichtig ist der letzte Teil der Adresse, weil er in etwa erkennen läßt, in welchem Land der zugehörige Rechner steht. Mehr dazu bei der Übersicht von toplevel-domains
Für Fortgeschrittene: Die Auflösung zwischen einem Rechnernamen und der zugehörigen Internetadresse erfolgt über einen sogenannten Nameserver. Dieser hat lange Listen aus Rechnernamen seiner Domain mit den zugehörigen IP-Adressen als auch Listen von anderen Nameservern, an die er Anfragen über Rechner von ausserhalb weiterreichen kann. Als Benutzer kann man die IP-Adresse zu einem Rechner mit dem Kommando nslookup oder der C-Funktion gethostbyname herausfinden.