Bedeutung von Standard-Verzeichnisnamen
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Bedeutung von Standard-Verzeichnisnamen

Im folgenden sollen die Standardpfade erläutert werden, die auf jedem UNIX-System identisch sind. Die Bezeichnungen sind historisch gewachsen und haben somit rein konventionellen Wert, d.h. man kann oft aus den Verzeichnisnamen nicht deren Sinn ableiten, man muß ihn lernen. Dieselben Subverzeichnisse finden sich teils auch unter dem Root-Verzeichnis aller Pakete, d.h. unter /local/PACKAGE/bin finden sich die Binaries usw.

Es folgt die prinzipielle Bedeutung der verwendeten Abkürzungen. Eine genaue Aufstellung für die jeweiligen Betriebssysteme erhält man mit man hier (Hierarchie) und man filesystem (nur Sun).

bin (Binaries):
hier liegen ausführbare Programme, auch genannt Binaries.

core (Kern):
In einer Datei namens core wird ein Abzug des Speicherinhalts abgelegt, wenn ein Prozeß durch ein bösartiges Signal beendet wird. Damit kann man feststellen, in welchem Zustand der Prozeß war (z.B. mit einem Debugger), und wo der Fehler lag. Der Name des Prozesses kann z.B. mit dem file Kommando ermittelt werden (derzeit nicht auf HP, wegen eines Bugs).

Ein Core-File braucht übrigens i.A. nicht so viel Speicher, wie die Dateilänge vermuten ließe. SunOS kann Lochdateien anlegen, d.h. es belegen nur die Blöcke einer Datei wirklich Speicher, die auch beschrieben wurden. Im core wird der gesamte virtuelle Adressraum eines Prozesses abgebildet, da jedoch meist nur ein geringer Teil davon allokierten Speicher enthält, sind core-Files zum größten Teil leer. Man kann das sehen, indem man sich mit dem -s Switch von ls die Anzahl belegter 1kB-Blöcke ausgeben läßt. Man probiere mkfile -n 10m test.

dev (Device - Geräteschnittstelle):
Unter /dev liegen die UNIX Gerätedateien für alle angeschlossene Hardware wie Tastatur, Monitor, Festplatte usw.

etc (Verschiedenes):
hier liegen Konfigurationsparameter, Startup Scripten und Verwaltungsprogramme (die nur zur Administration benötigt werden)

export:
Hier liegen auf Fileservern Softwarepakete und andere Daten, die den Clients per NFS zur Verfügung gestellt werden.

include (Includes):
hier liegen Include Dateien für C Programme.

local (lokal):
Programme und Daten, die nicht auf jedem System so vorhanden sind, d.h. nicht zum Standard gehören. Normalerweise vorhanden als /usr/local, bei uns wegen der großen Menge an Software als /local.

lib (Library):
Bibliotheken für den Linker oder Datenbanken für die Programme.

man (Manual):
In diesem Verzeichnis liegen die Unterverzeichnisse für die einzelnen Sektionen eines Manuals mit den Namen man1 .. man8.

mnt (Mount):
Ein meist leeres Verzeichnis in /, das von der Systemadinistration für temporäre Mounts verwendet werden kann.

pub (Public):
Daten die der Allgemeinheit zugedacht sind, speziell vorhanden in Verzeichnissen mit beschränkten Zugriffsrechten, z.B. Benutzerhomes.

src (Source):
Hier sind Sourcen für ein oder mehrere Programmpakete zu finden.

tmp (Temporary):
Verzeichnis für Daten aller Art, die dort nur kurzzeitig zwischengespeichert werden sollen und jederzeit gelöscht werden können. Siehe auch Regelungen zur Benutzung von /tmp.

usr (Unix Special Resources):
Eigentlich nur vorhanden als /usr. Der Name hat heute keine Bedeutung mehr, es ist traditionell der Mountpunt für die zweite Plattenpartition, wo Software (Binaries, Bibliotheken, Manuals) aller Art installiert ist. Verzeichnisse in / (z.B. /bin) sind oft nur symbolic links nach /usr (im Beispiel also /usr/bin), da man die root-Partition nur für die elementarste Systemsoftware nutzen möchte.

5bin (System V Binaries):
Unter SunOS liegen hier Programme, die abweichend vom SunOs das Verhalten entsprechender Kommandos unter System-V besitzen. Dies betrifft vor allem die Unterstützung von Kommandoparametern.