Es kann nicht nur ein Filesystem an einem Rechner verfügbar gemacht werden. Zum Beispiel ist auf jeder Partition jeder angeschlossenen Festplatte in der Regel ein eigenes Filesystem (muß aber nicht). Dem Benutzer spiegelt man jedoch vor, alle Dateien lägen in einem Filesystem. Dazu gibt es das Kommando mount, mit dem der Systemverwalter ein neues Filesystem in das vorhandene integrieren kann. Dieses Vorgehen nennt man mounten.
Der Effekt ist dann, daß auf das gemountete Filesystem durch ein Verzeichnis des darüberliegendem Filesystems, genannt dem Mountpunkt, ganz normal zugegriffen werden kann, das heißt man kann nach dem Mounten ein cd in das neue Filesystem machen und dort arbeiten. Das Betriebssystem abstrahiert also von mehreren Filesystemen auf Hardwareseite auf ein Filesystem auf Benutzerseite.
Der normale Benutzer kann das mount Kommando zwar nicht ausführen, aber genau diese Operation wird vom Automounter jedesmal ausgeführt, wenn z.B. auf Homes zugegriffen werden soll, die noch nicht gemountet sind. Über /net kann man auch Verzeichnisse mounten, die nicht in den normalen amd-maps enthalten sind.
Für das Mounten zulässige Filesysteme können der verschiedensten Natur sein, z.B. der Standardfall einer Festplatte, aber auch Floppy-Disk (nicht bei uns), CD-ROM, RAM-Disk (/tmp bei Sun), das Netzwerk und sogar komplett virtuelle Filesysteme, wie z.B. /proc auf SGI. Jede Art von Filesystem hat einen eigenen Namen, auch unterschiedlich zwischen den Architekturen (z.B. 4.2, hfs, efs für Plattenfilesysteme auf SunOS, HP bzw. SGI).
Die für den Benutzer wichtigsten Filesysteme sind auf den lokalen Platten und über Netzwerk (NFS). Hinter der Netzverbindung steht natürlich ein Fileserver, an den Festplatten angeschlossen sind. Aber per NFS wird am client simuliert, als wären die Platten lokal angeschlossen (mit gewissen Einschränkungen).
Mit dem Kommando df (report free disk space on file systems) bzw. bdf auf HP, kann man feststellen, in welchem (Unter-)Filesystem ein Verzeichnis liegt. Ruft man das Kommando (oder mount selbst) ohne Parameter auf, werden für alle Mountpunkte Statistiken ausgegeben. Das ist meist eine sehr lange Liste, dadurch daß jedes Softwarepaket einzeln von den Fileservern gemountet wird.