UNIX-Begriffsverzeichnis
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UNIX-Begriffsverzeichnis

Alle folgenden Begriffe sollten aus den Vorlesungen oder der einschlägigen Literatur bekannt sein. Ihre Kenntnis ist für ein Verständnis der CIP-Manuals unabdingbar. Hier deshalb nur eine kurze Wiederholung der Definition ohne ausschweifende Erklärungen.
Pfad
Die Beschreibung des Weges durch den Baum des Dateisystems zu einer bestimmten Datei (oder Verzeichnis) über die "Knoten", d.h. Unterverzeichnisse. Trennung der einzelnen Verzeichnisnamen durch einen Slash /. Näheres zu diesem und den nächsten Punkten in der Einführung ins UNIX-Dateisystem.
absoluter Pfad
Ein Pfad der mit "/", also ab der Wurzel des Dateibaumes beginnt.
relativer Pfad
Ein Pfad, der nicht mit "/" begint. In diesem Fall wird vom aktuellen Verzeichnis ausgegengen, d.h. der aktuelle Pfad wird vor die relative Pfadangabe gesetzt um den absoluten Pfad zu erhalten.
aktuelles Verzeichnis, aktueller Pfad
Das Arbeitsverzeichnis eines Prozesses, auf das sich alle Dateioperationen beziehen die keine Pfadangabe enthalten. Mit dem Kommando cd läßt man die Shell das aktuelle Verzeichnis wechseln.
Homeverzeichnis
Das Homeverzeichnis ist normalerweise das in der Passwortdatei eingetragene Verzeichnis (kann in der csh mit der Tilde "~" angesprochen werden). Im CIP-Pool kann man wegen des Projektmechanismusses jedoch potientiell mehrere Homes haben. Dann definiert man den Begriff Home als das Verzeichnis, in dem man nach dem Einloggen landet. Das Home aus der Passwort-Datei nennt man das Realhome (oder CIP-Home).
Dateiname
Eine Element aus einem Dateiverzeichnis, das eine Referenz auf eine Datei darstellt. Siehe Kapitel Links.
Dateitypen
Bezeichnet dem Betriebssystem den Zweck der Datei. Mögliche Werte: normal, directory, symbolic Link, character device, block device, pipe, socket. Siehe man ls, Abschnitt Permissions field.
Executable, ausführbare Datei
Eine Datei, die Programmcode (compilierte Source, also Maschinencode) enthält und vom Betriebssystem in den Speicher geladen und vom Prozessor ausgeführt werden kann. Der Typ ist normal, aber der Inhalt ist in einem speziellen Format.
Passwort
Passwort ist eine 6-8 Buchstaben lange Zeichenkette, die nur der Besitzer eines logins kennt und er zur Identifikation benutzt (solange bis die Computer jemandes Aussehen erkennen können, und ihn darüber identifizieren). Näheres siehe im Abschnitt Passwörter.
login-Name, Benutzername
Jeder CIP-Benutzer hat einen eindeutigen Benutzernamen, den er z.B. beim login zur Identifizierung angeben muß. Er wir in der Regel aus dem Real-life-Namen aufgebaut nach der Regel: erster und letzter Buchstabe des Vornamens, dann die ersten 6 Buchstaben des Nachnamens.
uid, gid
Jedem Benutzernamen ist eine Zahl eindeutig zugeordnet. Intern arbeitet der Rechner mit dieser Zahl anstelle des Namens. Die Zuordnung Name-Zahl findet in der Passwortdatei statt.
Einer Gruppe kann eine Liste von Benutzernamen zugeordnet werden, man sagt dann ein Benutzer ist in dieser Gruppe. Alle CIP-Benutzer sind in ciplogin. Es können also mehrere Benutzer in einer Gruppe sein. Verwendung finden Gruppen bei Erteilung von Zugrissrechten. Seine uid und gid erfährt man z.B. mit dem Kommando id.
login
Damit können zwei verschiedene Dinge gemeint sein:
  1. Das Verfahren eine Sitzung an einem Rechner zu eröffnen. Dazu gibt man zuerst seinen login-Namen ein, dann sein Passwort. Danach wird eine Shell (oder X und mehrere xterms mit Shells darin) eröffnet mit der man arbeiten kann.
  2. Die Erlaubnis einen Rechner zu benutzen, d.h. die Tatsache, daß man einen Loginnamen und ein Passwort hat und sich mit diesen durch das eben beschriebene Verfahren einloggen kann.
logout
Bezeichnet das Verfahren eine Sitzung an einem Computer zu beenden. Dazu beendet man seine login-Shell, und gibt so den Rechner für den nächsten Benutzer frei.
Wenn man sich von einem Terminal ausloggen möchte, tippt man nur logout oder exit ein. Unter X kann man nicht logout eingeben, da die Shell erkennt, daß sie nicht vom login-Prompt, sondern vom Window-Manager gestartet wurde. Dehalb muß man hier den Window-Manager beenden um sich auszuloggen. Dafür existiert ein Menüpunkt "Exit from X" im PopUp-Menü.
Shutdown
Bevor ein UNIX-Rechner ausgeschaltet werden darf, muß dem Betriebssystem und allen anderen laufenden Programmen Gelegenheit gegeben werden sich geordnet zu beenden, d.h. sie beenden laufende Aktionen und sichern ihre Daten auf Festplatte. Diesen Vorgang nennt man Shutdown. Der Benutzer wird davor gewarnt durch Shutdown-Messages, die auf allen Terminals ausgegeben werden. Wenn man sich nicht freiwillig ausloggt, werden alle Prozesse mit Gewalt beendet.
Umgebung
Damit ist die Information gemeint, die jedem Programm beim Start zur Verfügung steht. Dies sind die Environment-Variablen der Shell und die Punktfiles.
Der Sinn dieser Umgebung, die meist gleich beim Login automatisch generiert wird, ist es, die Anwendungsprogramme automatisch an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, ohne das bei jedem Programmstart aufs Neue tun zu müssen. Es gibt eine Standardumgebung für den CIP-Pool.
Hardware
Ein technisches Gerät irgendeiner Art (alles, das man anfassen kann)
Software
Das Betriebssystem, Anwendungsprogramme, eben alles was programmiert wurde (was man nicht anfassen kann).