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Forderungen an Punktdateien

Mit Punktdateien sind die Dateien im Home eines jeden Benutzers gemeint, die von den verschiedensten Programmen zu ihrer Konfiguration benutzt werden. Hier sollen für die Leute, die sich nicht durch die anderen Teile des CIP-Manuals wühlen wollen, kurz einige Regeln genannt werden, die zu beachten sind.

Beispiele für alle wichtigen Punktfiles befinden sich in unserer Demo-Umgebung in /local/login/demo. Wenn also Probleme auftreten, kann es sehr hilfreich sein, erst einmal dort nachzusehen. Wer gar nicht klar kommt, kann sich die Standardumgebung kopieren.

Falls man seine Punktdateien so zerstört hat, daß man sich nicht mehr einloggen kann, gibt es einen Repair-Mechanismus, der einem zumindest wieder das Einloggen ohne fremde Hilfe ermöglicht.

.logout

Hier sollte als letztes Kommando ein clear stehen, damit der Bildschirm für den nachfolgenden Benutzer sauber hinterlassen wird und dieser auch leicht erkennt, daß der Rechner frei ist. Logout-Sprüche, die man selbst für besonders originell hält, nerven die anderen Leute meist nur.

Wenn auf den Graustufenmonitoren an den Sparc-10 Workstations im 2.Stock gearbeitet wird, muß zusätzlich ein clear_colormap enthalten sein. Dieser Befehl definiert wieder die Farben schwarz und weiß in der colormap, so daß sichergestellt ist, daß der Login-Prompt auch lesbar, und nicht etwa weiß auf weiß dargestellt wird (passiert leider derzeit noch recht häufig).

Siehe auch: Punktdateien der csh.

.rhosts

Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß keine Benutzernamen als dem eigenen und keine Rechner außerhalb der Informatik angegeben werden dürfen.

Die Datei sollte außerdem für alle lesbar (wegen eines Bugs bei den HP-Workstations) und nur für den Besitzer schreibbar sein.

Die Korrektheit des Files wird jede Nacht geprüft, und falls nötig vom Cron-job wiederhergestellt. Darüber wird dann der Benutzer und die Systemadministration per Mail unterrichtet.

Siehe auch: Beschreibung der .rhosts-Datei und man rhosts(5).

.nn

In diesem Verzeichnis werden nicht nur Konfigurationsdaten für den nn gespeichert (siehe Kapitel News in der Rechnernetzeinführung), sondern auch die gerade gelesenen Artikel.

Nach einem Absturz des nn sollte man in diesem Verzeichnis alle Dateien mit Namen nn-*~ löschen. Außerdem liegt dort das LOCK File, anhand dessen der nn feststellt, ob er schon läuft. Dies muß man nach einem Absturz auch meist per Hand löschen.

Der Inhalt des Verzeichnisses .nn in der Demo-Umgebung wird übrigens nicht automatisch mitinstalliert, sollte aber von Hand kopiert werden (der Sequence wegen).

.signature

Hier können bis zu 4 Zeilen Text gespeichert werden, die dann automatisch an jedes News-Posting angehängt werden. Der Sinn einer Signature ist, die üblichen Standardinformationen über sich selbst abzugeben (ausgeschriebener Name, Mailadresse, Postadresse und evtl. Beruf). Dies sollte man mindestens bei extra-universitären Postings oder Mails tun. Intern reicht auch der Vorname als Unterschrift, da jeder leicht per finger die Identität feststellen kann.

Es ist unhöflich, mehr als 4 Zeilen Signature zu produzieren, insbesondere wenn die Signature dann länger als der geschriebene Text ist.

Siehe auch: Einführung in die Benutzung des USENET

.forward

Es ist sehr leicht - und auch schon einige Male vorgekommen - mit diesem Mechanismus eine Schleife zu erzeugen, d.h. mail wird von einem Rechner an zwei andere geschickt, von jedem dieser wieder zurück an die anderen beiden usw. Der Anstieg an Mailaufkommen ist dann expotentiell! Dies führt in der Regel zu einem völligen Zusammenbruch des Netzes. Der Verursacher wird für den auftretenden Schaden haftbar gemacht!

Siehe auch: Forwarden von Mail.

.xserverrc

Diese Datei dient zur Konfigurierung des X-Servers, von dem sie beim Hochfahren eingelesen wird. Sie sollte den String X :0 -auth .Xauthority enthalten. Damit gibt man an, daß sich jeder client der connecten will erstmal vor dem eigenen Authorisierungsfile zu erkennen geben muß. So verhindert man z.B das Abhören seiner Tastatur und das Aushorchen von Passwörtern.

Siehe auch: Startup des X Window Systems.

.Xauthority

In dieser Datei werden bei Verwendung des X Window Systems Daten gespeichert, die der X-Server benutzt um zu entscheiden, welcher client auf seinem Display anzeigen darf und welcher nicht. In der Regel braucht man sich nicht darum zu kümmern. Ab und zu kann es jedoch vorkommen - z.B. durch einen Absturz des Servers - daß die Informationen in diesem File defektiös sind. Dann bekommt man den X-Server nicht mehr hochgefahren und er beschwert sich über mangelnde Autorisation. In diesem Fall löscht man am besten das file .Xauthority.

Die Datei muß unbedingt die Zugriffsrechte 600 haben.

Siehe auch: Displays und Zugriffsrechte im X-Window-System.