Zulässige Netzbelastung
Unter Netzbelastung versteht man die Zahl und Größe von Datenpaketen
die über eine Datenverbindung zwischen zwei Rechnern verschickt
werden. Je mehr Daten übertragen werden, desto größer wird die
verursachte Netzlast.
Dieser Bergiff ist jedoch relativ, d.h. steht in engen Zusammenhang
zur Übertragungskapazität und anderweitigen Belastung der
Datenverbindung. Innerhalb eines lokalen Netzes (z.B. der Universität)
ist es in den meisten Fällen nicht notwendig, sich über die Netzlast
zu sorgen. Leitungen nach außerhalb haben jedoch meist einge geringere
Kapazität und sind weniger redundant, deshalb stark ausgelastet.
Das deutsche Wissenschaftsnetz, das die einzelnen Universitäten
verbindet, ist an normalen Wochentagen zu 100% oder mehr ausgelastet.
Deshalb müssen hier strenge Regeln aufgestellt und unbedingt beachtet
werden.
Jedem Studenten ist es erlaubt 1 MB pro Tag
zu übertragen, egal zu welchem Zweck. Für jede Überschreitung dieser
Quote sollte ein guter Grund bestehen, d.h. es kann durchaus vorkommen
daß wir nachfragen und eine Rechtfertigung verlangen!
Ausnahmen
- lehrbezogene Nutzung, d.h. das Beschaffen von Unterlagen zu
einem Seminar, Studienarbeit usw. Jedoch ist auch dies kein
Freifahrschein für unbegrenzte Nutzung. Fallen sehr große
Datenmengen zur Beschaffung an (> 30 MB pro Woche) sollte
der Betreuer die CIP-Betreuung
im vorraus verständigen. Die Übertragungen sollten wenn immer
möglich Abends gemacht werden.
- bedachte private Nutzung. Aus formalrechtlichen Gründen kann keine
Erlaubnis erteilt werden, für private Zwecke die 1 MB
Grenze zu überschreiten. Solange das übertragene Material jedoch
zu rechtfertigen ist und jegliche Beeinträchtigung des Lehrbetriebs
vermieden wird, kann eine private Nutzung geduldet werden.
Dies setzt vorraus, daß der Benutzer
erfahren genug ist, die Auswirkungen seines Handelns abzuschätzen!
Im Zweifelsfalle hat man sich an die 1 M zu halten.
Keinesfalls dürfen Dateien oder Dateipakete von mehr als 10 MB während
der Stoßzeiten übertragen werden, oder die Überschreitungen zur Regel
werden. Im Zweifelsfall die
CIP-Betreuer fragen.
In allen Fällen gilt, daß wenn immer möglich Transfers von
größeren Datenmengen zwischen 20:00 und 9:00 geschehen müssen,
im Fall von USA mindestens nach 22:00 MEZ (bei größeren Mengen später),
Australien u.ä. nur nachts (0:00-4:00). Im Zweifelsfall sollte bei den
CIP-Betreuern
nachgefragt werden, ob ein bestimmter Fall noch angemessene
Nutzung ist.
Typische Fehler
Eine Menge Netzlast wird völlig unnötig verursacht.
Es sollten wenigstens die folgenden typischen Fehler vermieden werden:
- Holen von Daten, die lokal schon vorhanden sind. Die Sourcen
für eine große Menge an Programmpaketen liegt installiert in
/src. Einen Überblick erhält man mit
lssrc.
Viel Software für PCs und Konsorten liegt darüber hinaus lokal auf unserem
FTP-Server, z.B. LINUX, der komplette
Amiga mirror, Atari usw. Berechtigung zum Holen von zusätzlicher
Software haben hier i.A. nur die FTP-Administratoren. Wenn man
etwas nicht findet: Fragen!
- Mehrfaches Holen: Von Programmpaketen eine Sicherheitskopie machen
(evtl. in
/usr/tmp)
bevor man diese verändert, am besten mit
RCS verwalten.
Audio-Files etc. keinesfalls direkt zur Ausgabe schicken.
- Wahlloses Clicken im WWW: Einem Hyperlink in einem HTML Dokument sieht
man nicht direkt an, wie groß das Dokument ist, auf das er zeigt.
Wenn man sehr schnell das "NCSA"-Symbol (oben rechts in Mosaic)
anclickt oder die Escape-Taste in Netscape drückt, kann die
Übertragung noch abgebrochen werden. Sind jedoch einmal mehr
als 15% des Dokuments geholt worden, kann nicht mehr abgebrochen
werden, da nun der
Proxy-Cache das File
holt um es für eventuelle spätere Zugriffe vorzuhalten.
Generell ist es wichtig, daß man im vorraus genau die Beschreibung im
Umfeld des Links liest. Aus dieser - oder der
Endung des Links -
kann man in fast allen Fällen bestimmen, ob es sich um ein Bild-, Audio-
oder MPEG-File, tar-Archiv, oder sonstige i.d.R. große Dateien handelt.
- Zielloses Suchen: In den meisten FTP-Archiven finden sich README
Dateien, die die Inhalte der einzelnen Dateien listen. Somit können
unnötige Datentransfers vermieden werden. Es gibt außerdem eine Menge
Suchhilfen, wie xarchie für FTP
oder die WWW Search Engines, so daß man bei Angabe eines Suchbegriffs
gezielt auf die gewünschten Daten zugreifen kann. Es ist in der
Regel völlig unsinnig, Megabytes große ls-lR Dateien oder
andere Totalindizes herunterzuladen.
- WWW-Spielerei: Durch die in den Dokumenten enthaltenen Bilder
fallen bei einem "Spaziergang" durch den World-Wide-Web
meist erhebliche Datenmengen an, die sich in einer Stunde leicht
auf ein Megabyte aufsummieren können. Hier empfiehlt es sich,
wenigstens die Option "Delayed Images" einzuschalten
(bzw. Option "Auto Load Images" off in Netscape).